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| Das Nanish Shontie Projekt
An ihrem traditionell angestammten Sitz in den Canyonlands von Nevada haben die Indianer der Western Shoshone heute nur eingeschränkte Lebens- und Entwicklungsmöglichkeiten. Dort, wie in allen vom weißen Mann zu Reservaten erklärten Gebieten, gelten strenge Sondergesetze, und Selbstbestimmung bleibt oft ein Fremdwort. Deswegen haben sich spirituelle Führer, Ökologen sowie Medizinmänner und -frauen zu einem eigenständigen Projekt unter dem Titel "Nanish Shontie" entschlossen. Auf einem Areal unweit der Westküste im US-Bundestaat Oregon bauen sie auf privatrechtlicher Basis ein gemeinnütziges Zentrum auf. Es soll zu einer Stätte für die Pflege und Weitergabe der Stammestradition werden, Ort der spirituellen und heilenden Begegnung.
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"Nanish Shontie" bedeutet in der Sprache der Western Shoshone "den Schöpfer um Segen bitten". Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, das tradierte Wissen der Indianer über das Leben in Harmonie mit Mutter Erde von Neuem zu beleben und in Bezug zur heutigen Realität zu setzen: "Walking the Red Road". Die Schildkröteninsel so bezeichnet die indianische Tradition die menschliche Lebenssphäre sei sonst der akuten Gefahr ausgesetzt, dass Gier, Neid, Rassismus und Ausbeutung die lebenswichtige Einheit von Mensch und Natur zerstören.
Das Areal in Oregon soll einigen OrganisatorInnen und Älteren als ganzjähriger Wohnort dienen, an dem sich aber Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft und der Welt vorübergehend aufhalten können. Voraussetzung ist der Respekt im Zusammenleben und gegenüber der Schöpfung. Indianische HeilerInnen sollen ihr Wissen mit anderen teilen können. Sowohl durch Zeremonien und Rituale als auch durch gemeinsame tägliche Arbeit will man ein Gleichgewicht im Umgang mit der Natur, mit sich selbst und miteinander anstreben. Das Projekt hat bereits breite Anerkennung und Unterstützung erfahren, auch in europäischen Ländern.
Spiritueller Berater des Projekts ist Corbin Harney. Er spricht auf dieser CD das widmende Gebet. Als Medizinmann gestaltet er jährlich seit 1957 zusammen mit den Medizinfrauen von Battle Mountain, Nevada, die heilende Sundance Ceremony. Besonders intensiv befasst hat er sich mit der Betreuung von Strahlengeschädigten, nicht nur aus dem amerikanischen Westen, sondern auch aus Japan und der ehemaligen Sowjetunion. Sein Buch "The Way it is: One Water, One Air, One Mother Earth" gehört zu den Schlüsseltexten der tiefenökologischen Bewegung.
Vorsitzender des Nanish Shontie Projekts, über das man sich unter der Webadresse www.nanish.org näher informieren kann, ist Mala Spotted Eagle Pope. Auch er ist Medizinmann und Aktivist, er verfügt zudem über langjährige Berufserfahrung in der sozial- und psychotherapeutischen Begleitung Jugendlicher. Schon als junger Mann in den 60er Jahren beteiligte er sich aktiv an der damals einsetzenden Bewegung zur Würdigung der indianischen Tradition zunächst als Begleiter und Helfer seines Vaters, des berühmten Shamanen Rolling Thunder.
- Susan Jones
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